Überblick

Die Ruhr-Epileptologie ist neben der Patientenversorgung wissenschaftlich aktiv und strebt mit überwiegend klinisch-wissenschaftlichen Methoden die Verbesserung von Diagnostik und Therapie von Epilepsien an.

Folgende wissenschaftliche Schwerpunkte hat die Ruhr-Epileptologie:

Die MRT (Kernspintomographie) ist eine der drei Hauptsäulen der Epilepsiediagnostik. Sie ist es, die häufiger als andere Methoden erkennen lässt, warum Patienten unter Epilepsie leiden und ob neben einer Therapie der Anfälle auch eine Therapie einer Grunderkrankung möglich oder sogar nötig ist.

Mit den lange Zeit üblichen und auch heute noch vorkommenden „Standard-Hirn MRTs“ wurden und werden epilepsieverursachende Hirnveränderungen („Läsionen“) häufig übersehen. Für Patienten kann das die Konsequenz haben, dass Möglichkeiten zur effektiven Behandlung jahrelang unerkannt bleiben. Die Ruhr-Epileptologie hat ein spezielles Protokoll für ambulante Untersuchungen von Epilepsiepatienten entwickelt und arbeitet an der Verbreitung und weiteren Verbesserung der ambulanten MRT-Bildgebung.

Die zweite ganz wesentliche Rolle spielt die MRT-Diagnostik bei der Durchführung epilepsiechirurgischer Eingriffe, da die inkomplette Entfernung epileptogener Läsionen eine wichtige Ursache nicht erfolgreicher Operationen ist. Die Ruhr-Epileptologie optimiert die MRT-Diagnostik durch neue innovative Sequenzen (z.B. ZOOMit) und die Anwendung neuester MRT-Spulentechnologien (64-Kanal Kopfspule).

Mitarbeiter der Arbeitsgruppe MRT sind Prof. J. Wellmer, Dr. A. Kowoll (Neuroradiologie), PD Dr. M. von Lehe (Neurochirurgie) sowie externe Kooperationspartner.

Die besser werdende MRT-Bildgebung (Kernspintomographie) erlaubt es, immer subtilere epilepsieverursachende Veränderungen des Gehirns zu erkennen. Dieses führt dazu, dass Patienten besser als zuvor bezüglich ihrer Chance auf Anfallsfreiheit durch eine Operation eingestuft werden können, und dass epilepsiechirurgische Eingriffe immer fokussierter werden können.

Besonders fokussierte Operationen (im Idealfall minimal-invasive stereotaktische Prozeduren) haben neben der Verringerung der Beeinträchtigung des Patienten unmittelbar nach der Operation (weniger Kopfschmerzen, kürzere Liegenzeit) eine weitere Bedeutung: das Wissen zu Organisationsformen der sogenannten „Epileptogenen Zone“ entwickelt sich weiter. Es wird zunehmend klar, dass neben Netzwerkepilepsien auch sehr umschriebene, streng fokale Epilepsien existieren.

Die Erfolge der minimal-invasiven Epilepsiechirurgie werden an der Ruhr-Epileptologie auch dazu genutzt, apparative Verfahren der prächirurgischen Diagnostik zu validieren und zu verbessern (Quellenlokalisation, PET, etc.)

Mitarbeiter der Arbeitsgruppe minimal-invasive Epilepsiechirurgie sind Prof. Wellmer, Dr. Tim Wehner, Dr. Kanjana Unnwongse, Dr. Y. Parpaley, Dr. M. Machado, PD Dr. M. von Lehe sowie als externe Kooperationspartner PD Dr. S. Rampp, Erlangen und Prof. Dr. C. Wolters, IBB Münster.

 

Hinter diesem Oberbegriff verbergen sich zwei Arbeitsgruppen:

Dissoziative Anfälle (auch "Psychogene nicht-epileptische Anfälle" genannt) können epileptischen Anfällen äußerlich sehr ähnlich sehen und werden oft als solche fehldiagnostiziert. Um die Entstehung dieser relativ häufigen, aber oft übersehenen Erkrankung besser zu verstehen, führen wir in Kooperation mit dem Institut für Kognitive Neurowissenschaften der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. N. Axmacher) experimentell-psychologische Studien durch (Studienleitung Hr. J. Jungilligens, M. Sc., und Dr. S. Popkirov). Zudem werden an der Ruhr-Epileptologie in Bochum klinische Studien durchgeführt, welche die Effektivität diagnostischer Methoden untersuchen und uns helfen, Patienten mit dissoziativen Anfällen sicher zu diagnostizieren und einer adäquaten Behandlung zuzuführen (Studienleitung: Dr. S. Popkirov). Auch andere sogenannte funktionelle neurologische Störungen werden in diversen Projekten bearbeitet, unter anderem in Kooperation mit der Universität in Edinburgh, Großbritannien.

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Die Forschung autoimmunvermittelter Enzephalitiden entwickelte sich rasant in den letzten 10 Jahren und führte zum besseren Verständnis des Krankheitsbildes sowie zur Identifikation neuer Syndrome und Antikörper. Aus epileptologischer Sicht gewinnt das Krankheitsbild zunehmend an Bedeutung, da es häufig mit epileptischen Anfällen einhergeht und unbehandelt zu einer chronischen Epilepsie führt. Somit stellt es eine wichtige und gut behandelbare Differentialdiagnose einer neu manifestierten Epilepsie im Erwachsenenalter dar. Aus diesem Hintergrund forschen wir die klinischen und paraklinischen Kriterien für die Diagnostik autoimmunvermittelter Epilepsien und die Wahrscheinlichkeit der Antikörper-Detektion bei klinischem Verdacht. Unser Ziel ist zu klären, bei welchen Patienten man an eine mögliche autoimmune Genese denken sollte und welche Patienten an ein Epilepsiezentrum überwiesen werden sollten.
 

Die Ruhr-Epileptologie ist als Kooperationspartner darüber hinaus an weitere wissenschaftlichen Projekten beteiligt:

  • Rekonstruktion epilepsietypischer Quellen durch simultane Auswertung von EEG- und MEG-Daten unter Nutzung kalibrierter realistischer Kopfmodelle (AG Wolters, IBB, UK Münster)
  • Elektrophysiologische in vitro- und in vivo-Mikrokartierung von fokalen kortikalen Dysplasien (AG Parpaley)
  • Motor-parietale kortikale Neuroprothese (AG Klaes)
  • Kombinierte Mikro-Makroelektrodenableitungen bei kognitiven Prozessen (AG Axmacher).

Zur Publikationsliste der Ruhr-Epileptologie siehe: Publikationsliste der Ruhr-Epileptology
Zur Publikationsliste der einzelnen Mitarbeiter siehe Mitarbeiter.

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